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CDU weiterhin auf energiepolitischer Geisterfahrt

Pressemitteilungen

Zu den Äußerungen des CDU-Abgeordneten Dr. Joachim Pfeiffer in der Waiblinger Kreiszeitung vom 14.08.2010 erklären die Jusos Rems - Murr:

err Pfeiffer verkennt weiterhin das immense Potenzial der erneuerbaren Energien und hält stattdessen weiterhin an der überholten und gefährlichen Atomenergie fest!

Die Frage, warum deutsche Atomkraftwerke nicht 60 Jahre laufen sollten, lassen sich mit der OECD Studie “Level 2 PSA methodology and severe accident management“ beantworten. In dieser Studie hat die OECD bereits 1997 festgestellt, dass beim bundesdeutschen Referenzkraftwerk Biblis B im Falle einer Kernschmelze zu einer massiven Freisetzung von Radioaktivität kommen würde. Biblis B landete bei dieser Studie über die Sicherheit von Atomkraftwerken übrigens zusammen mit einem bereits stillgelegten Reaktor aus den USA auf dem letzten Platz.

Auch das Argument Klimaschutz und Ökologie greift bei der Atomkraft nicht, denn Atomkraft deckt nur rund zwei Prozent des Weltenergieverbrauchs.
Um einen nennenswerten Klimaschutzeffekt zu erzielen, müsste man mindestens 1000 neue Atomkraftwerke bauen. Und das, obwohl die EU kürzlich festgestellt hat, dass ab dem Jahr 2020 die geförderte Menge Uran nicht mehr ausreicht, um die weltweit 435 Kraftwerke zu versorgen. Allein zwischen 2003 und 2007 verteuerte sich Uran um 1300 Prozent.

Auch mit seinem Vorschlag, die Förderung der erneuerbaren Energien zu streichen, beweist Hr. Pfeiffer einmal mehr seine mangelnde Sachkenntnis auf dem Gebiet der Energieversorgung. Die Kritik, dass die Kosten schneller sinken als die Vergütung, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Allein im Jahr 2010 sei die Förderung um fast 16 % zurückgefahren worden. Diese drastische Kürzung hat die Branche unter starken Druck gesetzt. Dabei zahlt ein Haushalt bei einer monatlichen Stromrechnung von 67,57 Euro gerade einmal 1,26 Euro für die Solarförderung.

„Mit seinen Forderungen zur drastischen Kürzung der Fördermittel von erneuerbaren Energien gefährdet Herr Pfeiffer nicht nur den Großteil der über 300.000 Arbeitsplätze in dieser Zukunftsbranche, sondern auch die Marktführerschaft Deutschlands auf diesem Sektor,“ so der JUSO – Kreisvorsitzende Christian Kollmer. Dagegen ist die Zahl der Beschäftigten im Bereich der Kernenergie seit Jahren rückläufig und dies, obwohl die Kernenergie seit Ihrer Einführung in Deutschland laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mit über 40 Mrd. Euro gefördert wurde.

„Dies ist Beispielhaft für den eigentlichen volkswirtschaftlichen Irrweg auf dem sich die Union befindet!“, so Kollmer abschließend.

Schorndorfer Nachrichten 20.08.2010